Warum rosten Edelstahlrohre?

Einführung

Wasser, Chemikalien und Gase werden in Industrieanlagen, Gebäuden und Küstengebieten durch Edelstahlrohre geleitet. Die Rohre sind mit Chrom beschichtet, das auf ihrer Oberfläche eine sehr dünne, unsichtbare Oxidschicht bildet. Diese Schicht schützt das Rohr und verhindert, dass Luft und Wasser mit dem Eisen in Kontakt kommen. Solange diese Schicht intakt bleibt, rostet das Rohr nicht so leicht.

Wenn die schützende Chromschicht beschädigt oder geschwächt ist, kann es zu Rostbildung kommen. Diese Schicht kann durch Witterungseinflüsse, Verschmutzungen oder menschliches Versagen bei der Handhabung beschädigt werden. Edelstahlrohre rosten in der Regel nicht so leicht, sind jedoch nicht vollständig vor Rost geschützt.

Warum rosten Edelstahlrohre?

· Unverträglichkeit zwischen Material und Umgebung

Es gibt verschiedene Arten von Edelstahl. Je nach Sorte ist die Rostbeständigkeit unterschiedlich. So eignet sich beispielsweise Edelstahl 304 gut für Gebäude mit trockener Luft. In Meeresnähe, wo die Luft salzhaltig ist, rostet 304 jedoch schneller. In salzhaltigen, feuchten Umgebungen ist Edelstahl 316 die bessere Wahl. Die Verwendung des falschen Edelstahls in rauen Umgebungen kann zu einer schnelleren Beschädigung der Rohrleitungen führen.

· Oberflächenkontamination

Bei der Herstellung oder Handhabung von Edelstahlrohren können sich sehr kleine Partikel anderer Metalle, wie beispielsweise Eisen oder Stahl, an deren Oberflächen festsetzen. Diese winzigen Partikel können anfangen zu rosten, was den Anschein erweckt, als würde das Edelstahlrohr rosten. Dies kann auch dann ein Problem darstellen, wenn Werkzeuge, die für andere Metalle vorgesehen sind, an Edelstahlrohren verwendet werden.

· Chemische Korrosion

Meerwasser oder Reinigungsflüssigkeiten können die Chromoberfläche angreifen. In diesem Fall können sich winzige Löcher im Rohr bilden, die mit der Zeit größer werden. Streusalz und Meerwasser enthalten hohe Konzentrationen dieses Salzes, was die Korrosion der Rohre beschleunigt.

· Korrosion durch Säuren oder Laugen

Starke Chemikalien wie Säuren oder Laugen, die nach Reinigungs- oder Bauarbeiten im Rohr zurückbleiben, können die Schutzbeschichtung ablösen. Ist das Rohr nass und verbleiben die Säuren aus Lebensmitteln auf der Oberfläche, können sie Rost verursachen. Diese Reaktionen schwächen das Rohr und führen dazu, dass sich im Inneren Rost bildet.

· Unsachgemäße Schweißtechniken

Schweißer verbinden Rohre mithilfe von Hitze, wodurch sich das Metall an den Schweißstellen verändern kann. Diese Bereiche können schneller rosten, wenn die Schweißnähte nicht ordnungsgemäß gereinigt werden oder wenn sie im heißen Zustand mit Luft in Kontakt kommen. Geschweißte Bauteile neigen dazu, zuerst zu rosten, da der Korrosionsschutz an den Schweißstellen geringer ist.

· Unsachgemäße Wartung

Die schützende Chromschicht wird angegriffen, wenn Schmutz, Salz oder Wasser über einen längeren Zeitraum auf dem Rohr verbleibt. Auch Wasser in den Rohrverbindungen behindert die Regeneration der Schutzschicht. Werden die Rohre nicht regelmäßig gereinigt, sammeln sich diese Rückstände an, wodurch die Rostgefahr steigt.

Häufige Arten von Rostbildung an Edelstahlrohren

· Lochfraß

Salzangriffe führen zu winzigen Flecken an den Rohren, die kleine Löcher verursachen, die sich mit der Zeit vergrößern können. Schäden an Rohren lassen sich manchmal erst erkennen, wenn sie zu lecken beginnen.

· Spaltkorrosion

In den Rohren kann sich Wasser ansammeln, beispielsweise an den Verbindungsstellen oder Überlappungen. An diesen engen Stellen kann sich die Schutzschicht nicht selbst regenerieren, sodass sich dort Rost bilden kann.

· Interkristalline Korrosion

Die Schwachstellen im Metall können durch Schweißarbeiten oder unsachgemäße Handhabung verursacht werden. Mit der Zeit kann das Rohr zunehmend an Festigkeit verlieren und sich entlang dieser Schwachstellen Rost ausbreiten.

Wie lässt sich verhindern, dass Edelstahlrohre rosten?

Um Korrosion zu verhindern, ist es wichtig, den richtigen Edelstahlrohrtyp auszuwählen. Edelstahlrohre der Güteklasse 316 sind in Bereichen mit hohem Salz- oder Chemikaliengehalt dem Edelstahl der Güteklasse 304 überlegen. Durch die richtige Verwendung wird verhindert, dass Rohrleitungen rosten.

Durch den sorgfältigen Umgang mit den Rohren lassen sich diese sauber halten. Es sollten geeignete Werkzeuge für Edelstahl verwendet werden, um zu verhindern, dass Eisensplitter an den Rohren haften bleiben. Nach der Fertigung der Rohre trägt auch das Entfernen von Staub und Metallspänen dazu bei, sie in gutem Zustand zu halten.

Durch das Spülen der Rohre mit klarem Wasser werden Salz und Chemikalien entfernt. Dies ist insbesondere in Küstengebieten sehr wichtig. Die trockene Lagerung der Rohre beugt zudem Rostbildung vor.

In Rohren, die nicht ganz dicht sind, kann Luft zirkulieren. Dadurch wird verhindert, dass sich Wasser ansammelt, und die Festigkeit der Schutzschicht bleibt erhalten.

Das fachgerechte Verschweißen der Rohre trägt ebenfalls dazu bei, Rost zu verhindern. Durch die richtige Wärmezufuhr sowie die Reinigung der Schweißstelle bleibt die Schutzschicht in gutem Zustand.

Schlussfolgerung

Edelstahlrohre rosten nicht so leicht, da sie außen mit einer speziellen Chromschicht überzogen sind. Das Rohr kann dennoch rosten, wenn diese Schicht durch Salz, Schmutz, Chemikalien oder unsachgemäße Handhabung angegriffen wird. Einige Edelstahlsorten eignen sich besser für raue Umgebungen, beispielsweise in Meeresnähe oder in Küstenregionen. Durch die richtige Pflege der Rohre und die Auswahl der richtigen Sorte können Sie deren Lebensdauer verlängern und sie widerstandsfähiger machen.

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